Lebensküche mit vielen Töpfen

 
Unsere Zeit verlangt nach Rezepten, die alle satt machen und das Verbindende in der Welt und in den Menschen ermöglichen. Wer mit der eigenen Lebendigkeit in Verbindung ist kann mit anderen in Beziehung treten. Wir brauchen dringend diese Chance, unsere Grenzen zu erweitern , die Natur und das Eingebundensein in die größeren Gesetzte des Lebens zu erfahren. Über Geschlechter, Nationen und Religionen hinweg, die Verbindung im Menschsein zu achten.
 
 
Kennen Sie auch das Gefühl, in allen Töpfen zu rühren? Als vielseitig interessierter Mensch machte ich schon sehr früh die Erfahrung, dass es – gerade im Bemühen um ein bewusstes Leben- zuviel werden kann. Arbeiten, lernen, lieben, wachsen, die eigenen Wünsche verwirklichen, alte Themen bearbeiten, Partnerschaft, Kinder, Projekte, die Wünsche der andere berücksichtigen, Verluste, die zu betrauern, Feste die zu feiern, der Alltag der zu regeln ist. Kaum ist eine Arbeit erledigt, hatte ich auch schon eine andere derweil vernachlässigt! Wie befreiend war es, als ich mir endlich klarmachte, dass es in einer großen Lebensküche nun einmal so zugeht. Anstatt mich dafür zu kritisieren – was ich lange tat-, konnte ich mich nunmehr damit entspannen. Denn irgendwo brennt immer etwas gerade an, wird etwas duftend vollendet, anders geputzt oder weggeworfen, es gibt Rezepte, die man nie ausprobiert und andere, die man immer wieder verwendet, obwohl es gar nicht mehr schmeckt. Es ist gut, dafür ein entspanntes Gewahrsein zu bekommen. Einer meiner Lehrer sagte zu mir: „Perfekt sind nur Leichen.“ Und auch die nicht mal lange. Alles was lebt ist nicht perfekt. Leben entsteht aus Chaos. Jede Geburt hat eine Chaotische Phase, jeder Liebesakt, jedes Projekt, jeder Tag, auch das Abschiednehmen, das Sterben, das Betrauern. Die Frage ist: Wie kann ich, auch wenn es sehr lebendig (chaotisch) ist, trotzdem entspannt sein, zuversichtlich und präsent? Wir machen schon als kleine Kinder so viele schmerzliche Erfahrung mit dem Leben, mit dem Hier sein, mit der Liebe, dem Vertrauen, dem Körper, dass wir unsere Lebendigkeit herunterschalten, damit es nicht so weh tut. Lebendigkeit auszuhalten ist nicht einfach, wenn wir schon so früh unsere eigene Kraft zurückhalten mussten.

Die größere Lebensküche zum Lernen, ausruhen und wachsen

Das Wuivenkraft Institut ist ein Dach über einer großen Lebensküche. Hier fließen Berufs- und Lebenserfahrung mehrerer Menschen zusammen. Es wird in vielen Töpfen gekocht. Denn das ist notwendig. Vor allem bearbeiten wir die Themen Weiblichkeit, Partnerschaft, Liebe, Intimität, Sexualität, Spiritualität, Kreativität, Elternsein.
Der rote Faden dieser Themen ist, dass es Töpfe sind, in denen Chaos und Lebendigkeit drin steckt. Wo es immer wieder duften, überkochen, anbrennen, nähren, nerven , und vor allem auch schmecken kann. Töpfe, die vernachlässigt oder fixiert werden, wo Rezepte fehlen, an denen jeder Mensch alleine herumrührt und oft auch verzweifelt.

Das Grundrezept für jedes Wachstum

Das Rezept, was wir immer wieder in allem anderen zugrunde legen ist : Wie schaffe ich es, mehr und mehr Lebendigkeit auszuhalten, Entspannung und Gewahrsein, Verbindung und Energie. Um dies zu erreichen, sind wir als Seminarleiter und Therapeuten   auch „Hebammen“. Wir haben das neue Leben nicht in der Tasche – und auch keine Patentlösungen. Was wir tun ist, bei unserer Arbeit dem Leben so wenig wie möglich im Wege zu stehen. Wir unterstützen Prozesse, durch die neue Lebendigkeit erfahren und geboren werden kann. Daraus erwächst ein tiefer Respekt vor dem Leben selbst und der Art, wie es in jedem Menschen unterschiedlich wirkt, heilt und Wachstum hervorruft. Unser Ansatz ist ganzheitlich, wir sehen Körper, Psyche, Geist und Seele als ein komplexes System. Ziel unserer Angebote ist stets die Integration des Erlebten in den Alltag, der konkrete bezug zur Praxis, das handfeste und selbstverantwortliche Handeln der Teilnehmer in den eigene Lebensküchen .
Wir sind in ständiger Fortbildung in den Küchen von LehrerInnen und TherapeutInnen zeitgenössischer spiritueller und psychologischer Richtungen. Wir verstehen uns selbst als Suchende und verwenden alles was wir finden, sofern es wirkt und dem Leben dient. Die Vorratskammern des Wuivenkraft – Institutes sind gefüllt mit Schätzen, die wir selbst gesammelt, probiert und für gut befunden haben: Ein sorgsam ausgewähltes Sortiment gegenwärtiger psychologischer Methoden, Vorräte aus östlichen meditativen Traditionen, ein großes Fass eigener Lebenserfahrung, Säcke mit gesundem Menschenverstand, rituelle Gewürze aus vielen Ländern, verschiedene Essenzen spiritueller Wachstumswege, und Humor, den wir allerdings immer wieder frisch pflücken.

 

 

 

Meditation und Vergnügen

 
Meine Geschichte damit ist lang und vielfältig. Lange Zeit saß ich auf einem Kissen, die Finger formten eine Art Mudrah. Meine Knie taten weh. Und immer dachte ich: Verdammt ich denke schon wieder was! Ich blickte in Kerzenflammen, richtete meine Achtsamkeit zum 3. Auge. Ich bekam ein Mantra, das ich mit jedem Atemzug hin und her murmelte, machte yogische Körperübungen und hechelte mich durch kathartische Atemsitzungen. Über viele Wochen ging ich tapfer (ich = Morgenmuffel mit Kreislaufproblemen) in der Frühe zum „dynamischen“ Meditieren. Mit röchelnden Stimmbändern putze ich meine Chakren durch. Oder kehrte bei lauter klassischer Musik immer zur tiefen Bauchatmung zurück. Ich habe absolut interessante Erfahrungen gemacht: Augenrollübungen, Anschreimeditationen, Baumumarmen, Gelächter im Kreis, Singen und Summen! Zu Trommeln tanzen bis man umfällt. Innenreisen mit Zwitschermusik.
Ich wählte am Ende die Methode, die mir am meisten Spaß machte. (Es ist keine von den anstrengenden. Ich bin eher der Genussmensch)
Ich möchte wirklich vor allem, dass mir das, was ich da täglich tue, Vergnügen bereitet! Und zwar schon während ich es mache- und nicht erst irgendwann, wenn ich es dann erst „besser“ kann! Wenn es mir Spaß macht, dann freue ich mich schon darauf! Und dann tue ich es auch. Und das ist es, worauf es ankommt!
Ja- meistens   müssen wir einige s ausprobieren, bis wir das gefunden haben, was uns schmeckt. Denn meditieren ist etwas sehr persönliches. Die Art und Weise, wie man GERN hineinkommt   in diesen exquisiten Zustand von Meditation, der ja nichts anderes ist, als unsere wahre Natur, der „homeplace“, kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.
Meditation ist ein integraler Bestandteil in meiner psychotherapeutischen Praxis und in den Gruppen. Immer geht es auch darum, Verschiedenes auszuprobieren, um herauszufinden: Was ist meins? Worauf fahre ich ab? Was ist der Spaß daran? Die nächste Möglichkeit für Frauen, das in einem Seminar herauszufinden ist im September, beim „Tanz der Göttinnen“. Wie immer mit Tiefgang und Humor- ich freue mich darauf und wünsche uns allen einen schönen Sommer. Schwimmmeditation. Gelassenbleibtrotzregenübung, Eisschleckmeditation. Sternenhimmelbetrachtung, Sonneaufhautfühlmed…